Erschreckend

Dezember 4, 2008 von lifedonation

Gestern Abend lief auf Galileo(Pro7) eine Sendung über Blutspenden:

Dort wurde erwähnt, dass gerade mal 3% aller Deutschen zur Blutspende gehen und es immer weniger werden, da die langjährigen Spender in zu hohem Alter nicht mehr spenden dürfen und kaum noch neue nachkommen.
Ich finde es wirklich erschreckend, dass nur 3% spenden. Da stellt sich die Frage, was die restlichen 97% Deutschlands davon abhält. Desinteresse? Faulheit? Angst? …?

Ist diesen 97% klar, dass Menschen sterben müssen, da zu wenig Blutkonserven zur Verfügung stehen?

Blutverlust als Lebensretter

November 30, 2008 von lifedonation

Das ist mein Blut! Wenn es meine Familie braucht oder sehr enge Freunde, können sie’s haben…“
Nur, dass es dann schon zu spät sein kann. Bei einem schweren Unfall mit hohem Blutverlust werden Blutkonserven sofort benötigt und für unnötige Verzögerungen bleibt keine Zeit. Außerdem ist da noch die Frage der Blutgruppe. Wenn diese nicht übereinstimmen oder sich vertragen – 0 Rh negativ kann jedem Menschen, egal mit welcher Blutgruppe gegeben werden –ist eine Blutübertragung sowieso nicht möglich.

Die meisten Blutspenden gehen an Krebspatienten, werden zur Behandlung von Herz-, Magen- und Darmerkrankungen verwendet. Verletzungen aus Verkehrsunfällen sind an vierter Stelle. Für eine Operation am offenen Herzen können bis zu 10 Liter Blut benötigt werden und allein in Bayern werden täglich mindestens 2200 Blutspenden benötigt.
Ein Unfall ist schnell passiert und ein großer Teil der Menschen ist mindestens einmal auf das Blut anderer angewiesen. Jeder kann betroffen sein und sich dann glücklich schätzen, wenn durch Blut, das andere freiwillig gespendet haben, sein Leben gerettet wird.

Es macht mich traurig und wütend, wenn ich bedenke, dass so viele Leute, die die Voraussetzungen erfüllen, sich nicht bereit erklären, Blut zu spenden. Natürlich, es ist freiwillig, niemand ist gezwungen, sollte auch nicht gezwungen werden. Aber es wäre angebracht, wenigstens darüber nachzudenken. Abzuwägen.

„Warum will ich kein Blut spenden? Wieso bin ich dem so abgeneigt?“

Ich habe einige Menschen in meinem Umfeld gefragt, ob sie bereit dazu wären, Blut zu spenden und wenn nein, warum nicht. Eine Antwort war:
„Ich habe besseres zu tun, als da irgendwo hinzulatschen, damit die mir mein Blut abzapfen. Wenn es jemand aus meiner Familie oder engem Freundeskreis braucht, kann er’s gerne haben.“
Andere:
„Ich habe Angst vor Nadeln! Damit kannst du mich jagen!“
„Ich bin doch eh immer so empfindlich…“
„Vergiss es, ich mache so etwas nicht!“

Ich glaube nicht, dass diese Personen wirklich darüber nachgedacht haben, dass ihr Blut für andere lebensnotwendig sein kann, dass unschuldige Menschen sterben können, weil einfach zu wenige Blutkonserven zur Verfügung stehen. Es werden immer mehr davon benötigt, vor allem, weil man Blut, den Lebenssaft, nicht künstlich herstellen kann.
Sicherlich stellen sich viele das Blutspenden als unangenehm vor, haben Angst vor dem „Blutverlust“, Angst vor Schmerzen, vor Ansteckung, vor Gesundheitsschäden…
Dabei werden gerade mal 500ml Blut abgenommen, 10% des gesamten Blutes, das sich im Körper eines Menschen befindet. Dieser Verlust gleicht sich sehr schnell wieder aus und man bemerkt, außer eventuell an einem leichten Schwindelgefühl nach der Blutabnahme, nichts davon.
Schmerzen hat man dabei auch keine. Es läuft folgendermaßen ab:
Man füllt einen Bogen zu gesundheitlichen Fragen aus, unterschreibt einen anderen, auf dem man aufgeklärt wird und bespricht diese dann mit einem Arzt, der danach die Temperatur und den Puls misst. Ist das alles in Ordnung, wird das Ohr angepiekst- was absolut schmerzfrei ist- um den Hämoglobinwert zu bestimmen. Wenn der Eisenwert okay ist, darf man schließlich Blut spenden. Das einzige, was man spürt, ist ein kleiner Pieks, wenn die Nadel eingeführt wird. Danach liegt man ca. 10 Minuten dort, bis 500ml Blut abgeflossen sind. Es wird nicht- wie bei der Blutabnahme beim Arzt- herausgesogen, sondern einfach laufen gelassen, weshalb es sich auch anders anfühlt, weniger unangenehm. Danach ruht man sich noch ein wenig aus und wird mit Essen und Trinken versorgt.
Vor Ansteckungen bei der Blutspende braucht man keine Angst zu haben, da sterile Instrumente verwendet werden und diese natürlich nur einmal. Blut spenden ist sogar gut für die Gesundheit, da das Blut auf Lebererkrankungen, HIV, Syphilis- Erreger und Hepatitis B und C getestet wird. Wenn etwas Auffälliges gefunden wird, wird man sofort benachrichtigt. Außerdem können – durch das persönliche Gespräch mit dem Arzt- Krankheiten häufig früher erkannt werden, der Blutdruck wird regelmäßig kontrolliert und der Hämoglobinwert wird gemessen. Dies alles trägt zur Erhaltung der Gesundheit, anstatt Schäden zu verursachen, wie oft vermutet wird.

Für die Anmeldung, das Ausfüllen des Bogens, der Untersuchung, das Blutspenden und die Ruhephase danach sollte man ein bis eineinhalb Stunden einrechnen. Der Prozess des Blutspendens selbst dauert lediglich 5 bis 10 Minuten.

Niemand ist gezwungen, es ist freiwillig, doch solle man- wie bereits erwähnt- wirklich darüber nachdenken, ob man die Chance, das Leben anderer zu retten wegen unbegründeter Ängste wirklich verstreichen lassen will. Indem man 10 Minuten lang eine Nadel im Arm erträgt, kann man vielleicht das Leben eines anderen Menschen um 10 und noch viel mehr Jahre verlängern. Und danach hat man das gute Gefühl, jemandem geholfen zu haben.
Es lohnt sich also, sein Blut mit anderen zu teilen, auch wenn es nicht die eigene Familie oder die Freunde benötigen, sondern andere Menschen, die aber immer noch- das sollte man nie vergessen- Menschen sind, wie du und ich.
Spende Blut- rette Leben.